Demografie und Macht waren schon immer eng miteinander verbunden. Historisch betrachtet, betrifft dies vor allem die Bevölkerungsgröße und die Frage nach dem militärischen Mobilisierungspotenzial. Heute sind aufgrund von steigenderLebenserwartung und niedrigen Geburtenraten insbesondere sich verändernde Altersstrukturen von Interesse, beispielsweise mit Blick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Tragfähigkeit der Sozialsysteme.
Durch die gesellschaftliche Alterung wächst aber auch der politische Einfluss älterer Wählerinnen und Wähler, während junge Menschen demografisch an Gewicht verlieren. In diesem Sinne kann der demografische Wandel auch als ein potenzieller Wendepunkt, als eine Art drohender Peripetie für repräsentative demokratische Systeme verstanden werden.
In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) der Bundeszentrale für Politische Bildung widme ich mich daher der Frage, ob wir uns aktuell auf dem Weg in eine Gerontokratie befinden und analysiere demografische Machtverhältnisse in alternden Gesellschaften. Und auch die anderen Beiträge des Themenhefts blicken dezidiert politisch auf demografische Entwicklungen, die uns die nächsten Jahrzehnte begleiten werden.